Wie sagte neulich ein Freund so schön: „Im Vergleich mit den Angelsachsen leben wir in der Vorsorge-Welt und nicht in der Nachsorge-Welt.“ Das trifft es auf den Kopf. Bei dem Gespräch ging es um Betreiberverantwortung, aber das Prinzip gilt für viele Bereiche und damit auch für das aktive Management der Betriebskosten.
Unternehmen brauchen gerade in der jetzigen Wirtschaftslage Entlastung in den Betriebskosten. Aber wie? Der Einfach-neu-Ausschreiben-wie-bisher-Reflex nutzt dabei herzlich wenig.
Wir stellen zwei Alternativen vor: Target Costing und Smart Sourcing
Da steht auf der einen Seite das Target Costing, auch Design-to-Cost.
Das setzt auf fundierte Analyse: Durch systematische Erfassung, Kategorisierung und Bewertung der IST-Kosten wird die präzise Ableitung von Kalkulationsvorgaben für Dienstleister möglich. Maximale Transparenz und Steuerungsfähigkeit sind das Ergebnis. Diese Methode ermöglicht es, bereits in der Service-Ausschreibung realistische Kostenrahmen zu definieren und Dienstleister gezielt zu fordern. Der Vorteil liegt in der hohen Genauigkeit und nachvollziehbaren Kostenstruktur – allerdings erfordert dieser Ansatz einen hohen Planungsaufwand und ggf. sogar ein echtes Durchfechten im Zusammenspiel mit Governance und Einkaufsabteilung.
Smart Sourcing-Lösungen versprechen dagegen schnelle Effizienzgewinne durch optimierte Bestellprozesse und reduzierten administrativen Aufwand. Das klingt gerade dann verlockend, wenn die Personaldecke dünn ist und das Budget für die Ausschreibung unter Druck steht.
Für beide Ansätze gibt es gute Argumente und Praxiserfahrung. Machen Sie sich mit dieser Diskussionsrunde selbst ein Bild, was für Sie eher passt.
